• A1 United Redaktion

Dividendenerhöhung von 9,5% auf 153 Mio. Euro ist ein Schlag ins Gesicht für alle A1-Mitarbeiter!

OFFENER BRIEF an alle A1 Group MitarbeiterInnen:


Liebes Vorstandsteam,

wir dürfen in diesem offenen Schreiben auf die Unternehmens-Presseaussendung

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200924_OTS0262/a1-telekom-austria-group-dividende-ist-rechtmaessiger-anteil-der-aktionaere-am-sehr-erfolgreichen-geschaeftsjahr-2019

eingehen und kurz unsere Sichtweise dazu äußern.


Wir haben seit Ausbruch der Corona-Krise an das Unternehmen appelliert, die Dividendenausschüttungen auf Grund der vielen Unsicherheiten auszusetzen. Dies haben wir in den vergangenen Monaten mehrmals, sowohl bei persönlichen Gesprächen, als auch im Aufsichtsrat deponiert. Auch haben wir vorgeschlagen, nach Überwindung der Corona-Krise die Situation neu zu bewerten und gegebenenfalls eine Sonderdividende auszuschütten, sobald die zukünftigen Entwicklungen wieder besser eingeschätzt werden können. Aktionäre haben selbstverständlich einen rechtmäßigen Anspruch auf die Verzinsung ihres eingesetzten Kapitals. Die Frage ist immer nur, wie man, speziell in Krisenzeiten, damit umgeht. Inmitten der Corona-Krise die Ausschüttungen an die Aktionäre massiv zu erhöhen und dadurch dem Unternehmen 153 Mio. EUR an Finanzmittel zu entziehen, halten wir nicht unbedingt für einen sinnvollen und nachhaltigen Zugang.


Wir bekräftigen daher erneut unsere Kritik an diesem Vorgehen und dürfen auf unsere Presseaussendung

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200924_OTS0240/a1-telekom-austria-dividendenerhoehung-um-95-prozent-auf-153-mio-euro-ist-ein-schlag-ins-gesicht-fuer-alle-a1-mitarbeiter

verweisen. Wir können auch nicht erkennen, dass wir durch unsere transparent geäußerte Kritik dem Unternehmen schaden. Den Vorschlag, die Dividenden zu erhöhen, haben nicht wir forciert, sondern ist vom Vorstand gekommen.

Uns ist durchaus bewusst, dass das Management die Personalvertretung am liebsten mundtot machen und als ihren Erfüllungsgehilfen sehen würde, wie das vielleicht in anderen Konzerngesellschaften der Fall ist. Als Personalvertretung haben wir jedoch die Aufgabe, die Interessen unserer Kolleginnen und Kollegen zu vertreten. Dazu gehört es auch, Fehlentwicklungen transparent aufzuzeigen und konstruktive Lösungsvorschläge einzubringen. Diesen Ansatz werden wir auch zukünftig verfolgen. Bezüglich konstruktivem Miteinander laden wir sie gerne ein, gemeinsam positive Maßnahmen für unsere Kolleginnen und Kollegen umzusetzen. Wir dürfen in dem Zusammenhang an den angehängten 30-Punkte-Maßnahmeplan erinnern, wo noch einige Punkte offen sind. Weiters dürfen wir auf die seit Monaten laufenden Verhandlungen zu den Themen flexible 4-Tage-Arbeitswoche, Digitale Essensbons (samt Erhöhung des steuerbegünstigten Betrags von EUR 1,1 auf EUR 2), pauschaler Aufwandsersatz für persönliche Kosten durch Homeoffice, Anpassungen der Betriebsvereinbarungen, uvm verweisen. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir im Sinne unserer Kolleginnen und Kollegen zeitnah positive Lösungen für diese und andere Themen vereinbaren könnten.

Nachdem sie in der Vergangenheit mehrmals darauf hingewiesen haben, dass 2019 das erfolgreichste Jahr der Geschichte der A1 Telekom Austria Group war und wir uns als Unternehmen aktuell auf einem Erfolgskurs befinden, sollten positive Maßnahmen für unsere Kolleginnen und Kollegen, die durch ihren Einsatz diese tollen Ergebnisse erwirtschaften, auch leicht darstellbar sein. Die Erhöhung der Dividenden während der Corona-Krise war ihrer Argumentation nach ein wichtiges Signal für die Märkte. Wir sind der Meinung, dass es auch positive Signale für unsere Kolleginnen und Kollegen braucht. Leider wird jedoch immer mehr der Druck erhöht und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird vermittelt, dass sie froh sein müssen, ihren Job in der Krise behalten zu dürfen und keine Einschnitte hinnehmen zu müssen.

Wir sind auch schon sehr gespannt, wie sie bei den anstehenden Kollektivvertragsverhandlungen agieren werden. Ein positives Signal unseren Kolleginnen und Kollegen gegenüber, wäre vor dem Hintergrund der Erhöhung der Dividenden um 9,5 % mehr als nur angebracht.

Alexander Sollak und Thomas Steindl