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  • A1 United Redaktion

Mehr Netto im Jänner – Wie kann das sein, wo kommt das her?

Aktualisiert: 23. Jan.

Wie du sicher mitbekommen hast, ist dein Gehalt für Jänner (1.000 Euro Mitarbeiterprämie mal außen vor) höher als letztes Monat.

Warum ist das so, obwohl die KV-Erhöhung erst ab Oktober gilt?

 Der Zauberspruch heißt „Abschaffung der kalten Progression“. Das ist im einfach gesagt eine Indexanpassung der Steuerklassen.

 

Was zur Hölle ist „Kalte Progression“?

Für dein Gehalt zahlst du Steuern. Ab wann man wie viel Steuern zahlt, ist durch Steuerklassen/Einkommensteuer-Tarife geregelt.

Diese Höchstbeträge der Steuerklassen wurden erhöht – das Resultat: du zahlst weniger Steuern.

Wären die Beträge nicht erhöht worden, könntest du durch eine Gehaltserhöhung in eine höhere Steuerklasse fallen - die sogenannte kalte Progression.

 

Überstunden lohnen sich nicht – oder doch?

Nicht nur die Abschaffung der kalten Progression wirkt sich positiv aus, sondern auch die Anpassung der maximalen steuerfreien Überstunden.


Bisher konnte man 10 Überstunden maximal aber bis zu einem Betrag von 86€ steuerfrei berücksichtigt bekommen.

Der Gesetzgeber hat diesen Betrag, nach über 10 Jahren, endlich angepasst. Das neue Maximum sind 10 Stunden mit einem maximalen Betrag von 120€.

Für 2024 & 2025 gilt eine Ausnahme – in diesen Jahren gibt es 18 Überstunden steuerfrei, maximal jedoch 200€.

 

Besonderheiten bei All-In Verträgen 

Bisher hat das Unternehmen bei den meisten All-In Verträgen den Steuerfreibetrag automatisch im Vorhinein berücksichtigt, obwohl er erst bei tatsächlich geleisteten Überstunden zusteht.

Das sah dann so am Gehaltszettel aus:

 

Am Ende des Jahres wurde abgerechnet: Hatte man die für die Steuerfreigrenze „notwenigen“ Überstunden erreicht war alles gut. Hatte man weniger, waren Steuernachzahlung fällig.

 

Mit 2024 hat sich das geändert. Die Firma berücksichtigt den Steuerfreibetrag nun bei niemandem mehr automatisch im Vorhinein. Deswegen findest du diese Zeile auf deinem Gehaltszettel nicht mehr.

Seit heuer wird nämlich monatsgenau abgerechnet: Die Überstunden, die du im Jänner machst, bekommst du im Februar steuerbegünstigt nachverrechnet.

Übers Jahr gesehen gibt es aber nach wie vor eine Durchrechnung. Bedeutet: Machst du im Jänner 30 Überstunden aber das restliches Jahr nie mehr als 10, werden am Ende des Jahres 12 Überstunden (die im Jänner nicht steuerbegünstigt waren) rückwirkend steuerbegünstigt berücksichtigt.

 

Wie rechnet man sich aus, ob man weniger als 10/18 Überstunden „machen muss“ um den maximalen steuerfreien Betrag erhalten zu können „120€ /200€“?

Dazu kann man die Formel verwenden, die auch bisher galt. Man muss nur die 86€ ersetzen, entweder durch 120€ oder 200€ – was man halt wissen möchte.

Kommt bei 120€ als höheres Ergebnis als 10 raus, dann verdienst du nicht genug um den vollen steuerfreien Betrag auszuschöpfen, es sind maximal 10 Stunden steuerfrei.

Das gleiche gilt für 200€/18 Stunden.

 

Für Schritt 1 musst du diese zwei Zeilen am Gehaltszettel addieren:



 


Um dir die Sache etwas zu vereinfachen, haben wir eine aktualisierte Version unseres All-In Berechnungstool für dich erstellt:


ALL_IN_Berechnungstool 2024
.xlsx
Download XLSX • 25KB

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